Capetown/Southafrica 2

Hallo!!! :-))

Sued Afrika

Auf einem Grillabend bei Altus (dem Suedafrikaner, der uns hier in Kapstadt bei allem geholfen hat) lernen wir Gidion mit seiner BMW kennen.
Er fragte uns, ob er uns auf unserer Runde Richtung Swartbergpass und Bavianskloof begleiten kann. Klar kann er das. Am Wochenende geht es los. Dann haben wir hoffentlich die Zusage fuer unseren Container.
Die Zusage haben wir bekommen, unser Gepaeck bei Altus zwischengeparkt und mit kleinem Gepaeck geht es los.
Ab Lady Smith geht es ueber Gravelroad Richtung Swartbergpass nach Prince Albert zum Mittagessen und Di Hell zum Uebernachten. 50 km, 2 Stunden steht am Abzweig nach Di Hell. Und man muss den Weg wieder zurueck fahren. Na dann.... wir fahren ziemlich zuegig. Nach dem ersten Wasserloch, das dann da ploetzlich nach einer Kurve vor uns auftaucht werden wir etwas vorsichtiger. Wir machen etliche Fotostops. Man weiss gar nicht, wo man zuerst hingucken soll. Jeder Blick ist traumhaft schoen. Aber das ein oder andere Mal fragen wir uns, wo wohl der Aufzug ist. Die letzten km Piste schlaengeln sich unglaublich steil bergab. Steil genug jedenfalls, das unsere Hinterreifen (TKC 80) munter rutschen anstatt zu bremsen.
In Di Hell (Die Hoelle) machen wir am Abend ein Lagerfeuer, kochen Nudeln mit Sosse und geniessen die Stille.
Zum Fruehstueck geht es die 50 km wieder zurueck. Auch hier muessen unsere Reifen kraeftig arbeiten und drehen munter durch. Zurueck auf den Swartbergpass und ueber Asphalt Richtung Bavianskloof. Kurz vorher biegen wir wieder auf eine Gravelroad ab. Super zu fahren aber leider ziemlich steinig. Bei 80 Sachen faengt Werner an mit Steinen zu schmeissen. Einer trifft mich genau auf der Crossbrille. Nachdem ich zum Stehen gekommen bin, betrachte ich mit Traenen in den Augen meine Beule. Scheisse hat dass geknallt. Bevor die Beule zu gross wird, setze ich den Helm lieber wieder auf. Mit einer Schmerztablette, wird der Abend in der Bavianskloof dann noch richtig schoen. Werner hat Holz, Fleisch, Wuerstchen, Bier und Cola zum Grillen besorgt.
Am naechsten Morgen drehen sich unsere Gedanken um das "Lang Water". Das soll eine so um die 100m lange Wasserdurchfahrt sein. Wie tief diese Durchfahrt sein soll, konnte uns keiner wirklich sagen. Wir haben uns entschieden hinzufahren und nachzuschauen. Allerdings sollte das nicht die einzige Wasserdurchfahrt sein. Und bei jeder stellt sich die Frage, war das nun das "Lang Water"??? Auf unserer Fahrt durch die Bavianskloof sehen wir Schildkroeten und Paviane, die einfach so auf der Piste sitzen. Die Paviane sind leider sehr scheu. Die Schildkroeten sind da genaedigere Foto-Opfer. Aber auch die Kloof selber kann sich sehen lassen.
Da die Piste nicht sehr anspruchsvoll ist, bleibt viel Zeit um sich die Gegend anzusehen.
Und dann stehen wir vor dem "Lang Water" keine Frage das muss es sein. Das Ende liegt irgendwo hinter der Kurve. Na dann... wir stellen die Motorraeder ab und Werner beginnt seinen Fussmarsch. Die neuen Stiefel muessen ja schliesslich eingeweiht werden.
Es ist nicht zu tief, aber fuer eine ordentliche Bugwelle bei vorsichtiger Fahrweise sollte es reichen. Und das mit dem langsam ist leichter gesagt, als getan, da die ganze Angelegenheit ganz schoen steinig ist.
Ein kleiner Schlenker sorgt da fuer einen Adrenalienschub. Wir kommen aber alle drei durch und haben dank der Laenge reichlich Zeit fuer Fotos.
Von dem was nach dem "Lang Water" kommt, hat keiner gesprochen. Uebelste Bergpiste. Zum Teil bleibt uns nur ein schmaler Weg direkt am Abgrund. Dabei geht mir so einiges durch den Kopf, an das ich besser nicht denken sollte. Also Blick nach vorne und bloss den Lenker festhalten.
Nach 20 km ist die Piste wieder in gutem Zustand und wir fahren bis Jeffrisbay, wo wir uns im Backpacker mit unseren nassen Fuessen (was macht man nicht alles fuer ein Foto) ein Bett genehmigen. Am naechsten Tag, trennen wir uns von Gidion. Wir fahren zum Kap Agulhas. Gidion als Suedafrikaner kennt das Kap und findet es nicht so schoen, dass er dafuer unbedingt einen Umweg fahren muss.
Also bewegen wir uns wieder Richtung Sueden, um zum suedlichsten Punkt in Afrika zu kommen. Dort, wo sich Indischer- und Atlantischer Ozean treffen.
Ueber Piste fahren wir zurueck zur N2. Letzte Piste und wieder mal ein Plattfuss. Diesmal bei mir.
Am Abend sind wir wieder in Kapstadt und beginnen schon mal die ersten Taschen zu waschen.
Die naechsten 5 Tage haben wir von morgens bis abends ausschliesslich der Pflege unserer Motorraeder gewidmet. In erster Linie wegen der Australier, aber bei genauerer Betrachtung brauchten unsere Motorraeder auch eine naehere Inspektion. Bei Werner waren die Schrauben, die das Rahmenheck halten, losgerappelt, bei mir haben wir endlich mal die Bremse entlueftet, die sich mittlerweile fast bis Anschlag durchziehen liess und Werner hat seinen Federbeinen neues Oel spendiert da er ungewohnt weit mit den Fuessen auf den Boden kam. Als Werner dann mit Altus noch alle Oele getauscht hat, kam aus Werners Endantrieb mehr als nur Oel raus.
Das darf doch nicht wahr sein. Altus und Werner haben den Endantrieb auseinander genommen und siehe da, da hat sich ein Kugellager zerlegt.
Aber wir haben mal wieder mehr Glueck, als Verstand. Altus baut fuer einen Freund aus England, der hier in Sued Afrika einen Unfall mit seiner HPN hatte, die HPN wieder auf. Und wie es der Zufall will, bekommt die HPN eine neuen Endantrieb mit einer anderen Uebersetzung. Altus gibt Werner den frisch renovierten Endantrieb und laesst Werners reparieren. Danke, danke, danke Altus. Was Altus alles fuer uns gemacht hat und wie er uns geholfen hat ist unbezahlbar.
Neben den Reperaturen, haben wir natuerlich auch fleissig geputzt und die Motorraeder auf Hochglanz gebracht. Dafuer haben wir ein ganzes Sortiment Kuechenbuersten verschlissen.
Am Abend bevor wir die Motorraeder mit Andrews Auto in den Container laden, machen wir mal einen Testversuch, wieviel Platz wir wirklich brauchen und was wir alles abschrauben muessen. Bisher haben wir nur geschaetzt. Das wird knapp.... aber wir bekommen alles in den Container rein. Der Herr vom Zoll ist auch sehr gnaedig mit uns. Er schaut nirgendwo rein und sammelt unsere Carnets ein, die wir uns im Zollbuero spaeter gestempelt wieder abholen koennen. Da man die Steuern auf alles was man aus dem Land bringt wiederbekommt, geben wir ihm auch alle Rechnungen. Das scheint tatsaechlich zu funktionieren. Fuer die Bearbeitung brauchen sie allerdings so um die drei Wochen. Wir werden sehen.
Jetzt sind wir also unter die Backpacker gegangen. Unsere Motorraeder fehlen uns jetzt schon. Die naechsten Tage sind wir auf die Mini Busse angewiesen. Bei uns werden die mit 9 Leuten beladen. Hier steht in den Bussen meistens eine max. Beladungszahl von 16 Leuten. Aber da gehen auch mehr rein. Und so finden wir auch hier das Afrika wieder, das wir im suedlichen Teil schon irgendwie vermisst haben.
Nachdem wir jetzt endlich auch unsere Ladepapiere haben, haben wir unseren Flug nach Perth/ Australien gebucht. Am Montag, 07.05.2007 geht es mit Singapor Airlines auf nach Australien.
Nach fast 8 Monaten Afrika faellt es uns sehr schwer Abschied zu nehmen. Es war eine unglaublich schoene Reise und egal, was wir gemacht haben, es gab immer eine Loesung oder jemanden, der geholfen hat. Wir sind halt Glueckskinder! In Afrika gibt es nichts, was es nicht gibt. Erklaeren kann man das nicht, dass muss man gesehen haben.

Bis demnaechst aus Australien. ;-).

Werner und Claudia