Perth2

G'day! How are yo going, luv? Should be allright, mate!

"Hey kennt ihr nicht Popey?" ruft uns eine Frau aus dem Auto neben uns zu. Das gibt es doch nicht. Das ist doch die Frau vom Graderfahrer den wir auf der Great Central Road getroffen haben. "Der ist jetzt zu Hause." Wir fahren die naechste Moeglichkeit ran und sie beschreibt uns, wo sie wohnen.

Kurz danach stehen wir vor der Tuer und Popey ruft, "hey, my german friends!" Kommt rein und schon sitzen wir mit einem Bier auf der Terasse. Wir lassen unsere Erinnerungen schweifen. Mit Popey hatten wir eines unserer schoensten Bushcamps incl. BBQ mit Blick auf die Olgas. Stunden spaeter verabschieden wir uns wieder. Auch Australien ist nur ein Dorf.
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Bei Shirley und Popeye Zuhause

Von Alice Springs machen wir noch einen Ausflug, in die West Mcdonald Rangers und schauen uns einige der Schluchten in dem Gebirgszug an.

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Ormiston Gorge

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Auch schoen:-)

Der Muskelkarter vom Plenty Higway, hat sich in Grenzen gehalten.

Die naechsten Kilomerter, werden dagegen eher langweilig. Der Stuart Highway verlaeuft von Adeaide bis nach Darwin quer durchs Land. Von Alice Springs heisst das nach 1500 km geradeaus fahren.
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Zum Glueck liegen noch ein paar Highlight's am Weg. Am ersten Tag fahren wir bis zu den Devils Marbels (Teufelsmurmeln) oder fuer die Aboriginies Eier der Regenbogenschlange. Riesige Steinmurmeln die sich in unglaublichen Formationen gestapelt haben. Eine schoener als die andere. Wir warten mal wieder auf den Sonnenuntergang und das richtige Licht als es zu tropfen anfaengt. Klebt da eigentlich irgendein Fluch an uns??

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Wolken...
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...Regen..

Wir warten den Schauer ab und krakseln weiter durch das endlose Steinfeld.
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Naja..koennte besser sein...

Als wir wieder am Zeltplatz sind wartet dort ein australisches Paar auf uns, denen die Motorraeder aufgefallen waren. Sie fragen uns Loecher in den Bauch, weil sie auch gerne mal mit den Motorraedern verreisen wollen. Bevor sie fahren druecken sie uns noch 4 Bier in die Hand und eine Packung Wuerstchen und verschwinden in der Nacht.

Auch am naechsten Tag bietet die Landschaft nicht viel Abwechselung. Der Blick schweift bis zum Horizont und wenn man in den Rueckspiegel schaut bietet sich das gleiche Bild. Man versucht der Muedigkeit zu wiederstehen. Es gibt nichts auf das man sich konzentrieren kann. Es begegnen einem so um die 10 Autos am Tag und das Highlight sind die Roadtrains von denen uns heute 4 begegnen.
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Ganz schoen gross...

Wir haengen Gedanken nach, singen Arien in den Helm... und verdammt, wie ging das Lied nochmal weiter?!?!?!?. An den Roadhaeusern gibt es fuer Fahrer den Kaffee umsonst und die Polizei verfolgt heute Muedigkeit am Steuer. Kein Scherz. Das wird auf grossen Warnschildern angeschlagen. Wie das gehen soll? Das konnte uns auch keiner erklaeren.
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Unglaublich viel Benzin!!

In Daly Waters schlagen wir heute unser Zelt auf. Einer der australischen Kneipen in denen man vom Organspendeausweis, ueber Unterwaesche bis zu abgelatschten Flip Flos, Waerungen und Paesse aller Herren Laender jetzt auch Werners Motorradhandschuhe begutachten kann.
Daly Waters hat 18 Einwohner und die sind alle in der Kneipe beschaeftigt.
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Mitlerweile haben wir die Klimagrenze wieder ueberschritten und das feucht heisse Tropenwetter setzt mir kraeftig zu. Schon das auf und absteigen vom Motorrad ist mir zu viel Anstrengung und so rollen wir mit wenigen Pausen nach Katherine wo ich mich mit Fieber ins Bett fallen lasse.

Am naechsten Tag, ist der Spuck vorbei und wir rollen Topfit weiter bis nach Adelaide River. Wo wir Claudio und Ruth wiedertreffen. Die beiden hatten wir auf dem Horizons Unlimited Reisetreffen kennengelernt.
Werner moechte hier seinen Oelwechsel machen und mit Claudio den Aussetzern auf den Grund gehen, die sein Motorrad zur Zeit immer wieder beim Fahren hat.
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Besonders nachdem wir von unserem Tagesausflug nach Darwin wiederkommen, wo wir uns ein Digeridoo gekauft haben.
So weit so gut. Den Oelwechsel bekommt er auch noch hin und dann haut es ihn voellig aus den Latschen. Mit fast 40 Grad Fieber liegt Werner flach. Sein Motorrad in guten Haenden zu wissen hat bei der Genesung bestimmt geholfen. Claudio reinigt die Vergaser( jaja ZERSTOIBER....;-0 ) und wechselt das Zuendsteuergeraet.

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Claudio und der ZerSTOIBER

Alles noch nicht die Loesung. Am Ende liegt es an einem losgerappelten Kabel, dem schwarzen um genau zu sein, im Stecker zum Zuendsteuergeraet. Fahrer und Motorrad erfreuen sich nach guter Pflege und Ruths Anitbiotika wieder bester Gesundheit. Es war richig schoen bei euch. Mal sehen wo man sich wieder trifft, wuerd uns sehr freuen.

Nach einer ganzen Woche in Adelaide River geht es weiter und davon halten uns auch nicht die giftigen cane toads ab, die hier ueberall herumhuepfen. Ich finde die gar nicht so ekelhaft und fuer den Erwachsenen sollen sie auch gar nicht so gefaehrlich sein wie sie immer gemacht werden. Naja einfach ein bisschen aufpassen.

Um an die Westkueste zu kommen muessen wir wieder bis nach Katherine zurueck und dann auf den Victoria Highway. Es geht zurueck nach West Australien. Aber so einfach ist das nicht. Wir kommen zum erstem Mal in eine Lebensmittelkontrolle.

Es ist verboten frisches Obst und Gemuese, Nuesse, Samen, Erde, Honig, Cane Toads (haben wir immer eine im Gepaeck) und ich weiss nicht mehr was noch vom Northern Teretorry nach West Australien einzufuehren. Da es im Northern Teretorry Ungeziffer und Krankheiten gibt die es in WA nicht gibt. Der Officer, der uns kontrolliert, muss magische Haende haben, er tastet meine Taschen von aussen ab und laesst mich fahren. Werner muss einen Koffer aufmachen und kann auch fahren. Um nicht ganz so aufzufallen, hatten wir am letzten Roadhouse die Motorraeder nochmal abgespritzt. So hingen wenigstens keine grossen Schlammklummpen mehr dran. Gell Claudio :-))).

Jetzt sind wir in den sagenumwogenen Kimberlys. In Kununurra fuellen wir unsere Wasser und Lebensmittelvorraete auf, damit wir uns ein paar Tage im Bungle Bungle National Park rumtreiben koennen.

Um in den Park zu kommen, muss man ueber einen 50km langen 4WD Track fahren und ein paar Fluesse durchqueren.
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Wir sind in unserem Element die kurvige groesstenteils feste Strecke, mit den gut machbaren Wasserdurchfarten ist genau nach unserem Geschmack. Mit einer Punktlandung zum Sonnenuntergang kommen wir auf dem Zeltplatz an. Und zu unserer Uberraschung sind wir fast alleine. So gefaellt uns das.

Zum Sonnenaufgang geht es los. Wir wollen sie sehen, die grossen Bienenkorb geformten Felsformationen.
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Wir fahren die 14km die uns zur Kathedral Schlucht bringen werden durch etliche Stops unterbrochen. "Schau mal da und schau mal dort" und "fahr doch noch mal schnell zurueck, dass muss ich fotografieren." Am Parkplatz lassen wir die Motorraeder stehen und laufen zu Fuss weiter. Am Ende der Schlucht ist ein massives Steingewoelbe mit einem kleinen klaren Wasserloch an dessen Ufer es sich ein Varan gut gehen laesst.
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Cathedral gorge
Wir lassen die Atmosphaere eine Weile auf uns wirken, devor wir uns auf den Rueckweg machen.
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Es ist heiss und wir freuen uns auf etwas kaltes zu trinken. Wir machen einen Abstecher zum Besucher Zentrum bevor wir uns auf dem Zeltplatz einen kleinen Mittags Snack kochen.

Danach fahren wir wieder raus. Den Sonnenuntergang wollen wir schliesslich nicht verpassen.

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Sunset without clouds :-)

Fuer den zweiten Tag haben wir uns die Echidna Chasim aufgehoben. Eine schmale Schlucht, in die nur gegen Mittag das Licht bis auf den Boden kommt.

Der etwas sandigerer Abstecher bringt unseren Adrenalienspigel mal kurz zum kochen, als die sandige Kurve, die wir mit Schwung genommen haben, in einem trockenen Kieselstein Flussbett endet. Puh... wir haben unsere Motorraeder beide abgefangen bekommen.

Aber was soll ich sagen, dieser Abstecher hat sich defenitiv gelohnt. Die Schlucht ist an manchen Stellen gerademal ca. 50cm breit. Wir warten bis die Sonne die Schlucht ausleuchtet und es tut mir leid, dass wir so schnell wieder gehen muessen. Aber wir muessen uns wieder auf den Weg zum Highway machen und das sind von hier noch 72 km.

Die wir aber im Kurvenrausch und auf und ab in 2,5 Stunden ohne Probleme rausfahren. So macht fahren Spass :-)) .
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Done!
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Sonenuntergang in den Kimberlys
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Kuestennebel

Bis nach Derby machen wir noch 2 Bushcamps. Mittlerweile tauschen wir schon Lieder aus, die man beim Fahren traellern kann.

In Derby schauen wir uns den Hafenanleger an, der durch die Gezeiten beherrscht wird. Bei Ebbe liegen alle Schiffe auf Grund und die Flut kam heute mit einer Hoehe von ueber 11 m herrein und umspuelt neben dem Anleger auch ganz Derby.
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Flut
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Kurz vor Sonnenuntergang
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...und Ebbe am Morgen

Leider finden wir auch hier keine Krokodiele die fehlen uns doch noch. Von Derby geht es in einem Rutsch nach Broome.
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Von Perth nach Derby 2300km in 30 Stunden incl. Ladezeit!!!

An den Bruecken halten wir immer Ausschau nach Krokodilen aber die wollen sich einfach nicht zeigen. In Broome treffen wir Rob und Carmen wieder, die wir letztes Jahr in Perth kennengelernt haben. Ansonsten gefaellt es uns in Broome ueber haupt nicht. Ob es hier wohl noch Australier gibt? Oder ob die Stadt schon von Touristen uebernommen ist?
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Mit Carmen und Rob am cable beach
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Der sehr bekannte Camel ride am Strand in Broome
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Mal wieder ein sehr schoener Sonnenuntergang
Nichts wie weg hier. Aber den Mauie's, Apollo's, Wicked's und Britz (Leihwagenfirmen) entkommen wir nicht mehr.

Die Reifen sind so eckiggefahren, dass man fast nicht mehr um die Kurve fahren kann. Von Broome geht es jetzt ganz schnell. Wir machen jeden Tag Strecke. Die Zeit und vor allem das Geld wird knapp. Und wenn wir dachten, wir haetten schon langweilige Strecken gefahren, haben wir uns geirrt. Broome - Sandfire Roadhouse, ich kann euch sagen ist die meditativste Strecke die wir kennen. Und ein Roadhouse ist es zur Zeit auch nicht, da es vor einem Jahr abgebrannt ist und in einem Container provisorisch gefuehrt wird.

Wir fahren noch 50 km weiter bis zum 80 mile Beach und gehen im Dunkeln auf Schildkroetensuche. Aber ausser Krebsen finden wir nichts.

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80mile beach..... wir haben nicht nachgemessen!
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Sunset junkies :-)
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Bushcamping
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Ausblick auf den Great Northern Highway
Ueber Port Hedland (Minenstadt) fahren wir durch den Karajini Park. Es bleibt uns nur Zeit fuer ein kleine Wanderung am Rand der Schlucht entlang und ehrlich gesagt, hatten wir ja schon die ein oder andere Schlucht. Aber wir bekommen endlich mal wieder ein bisschen Schotter unter die Reifen.
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Hamersly gorge
Um uns einen Umweg zu ersparen, erkundigen wir uns in Tom Price ueber den Zustand der Gravelroad zum Great Northern Highway.

Werner kommt aus dem Info Center und sagt, " Da soll tiefes Wasser auf den ersten 20km sein" und fuer Motorraeder ist die Strecke absolut nicht zu empfehlen. Wie tief das Wasser sein soll konnte ihm die Dame allerdings nicht sagen. Mit so einer Aussage koennen wir ja gar nichts anfangen. Das muessen wir uns wohl selber angucken.
Also los. Das Wasserloch ist schnell gefunden und war mit wohlwollen 15cm tief. Der Rest der Strecke auch nicht weiter erwaehnenswert. Mit Sonnenuntergang erreichen wir den 24 Stunden Zeltplatz und schauen uns an in welche Richtung die Wolken ziehen.
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Wasser gab es in der Pilbara Region reichlich..
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Die Strasse war wirklich soooo langweilig!
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Ja nee, iss klaar!
Wir naehern uns einem der Hoehepunkte unserer Reise. Wir fahren zu Ningaloo Reef. Wir fahren rauf nach Exmouth an einen der schoensten Muschelstraende die wir gesehen haben und dann zum Schnorcheln nach Coral Bay. Das absolut Atemberaubenste was ich je gemacht habe. Schwerelos ueber das Riff gleiten. Mit seinen bunten Fischschwaermen und endlosen Korallenlandschaften, sind wir sogar ein Stueck mit einer Meeresschildkroete geschwommen. Ich bin jetzt noch voellig berauscht.

Zur Erinnerung nehmen wir uns einen kleinen Sonnenbrand mit. Beim Fahren haengen meine Gedanken dem Gesehenen hinterher.
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Man kann Perth schon fast sehen....iss nicht mehr weit!!

Die Zeit rennt. Im Kalabri Park machen wir noch einen Abstecher zum Natures Window.

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Der Weg zum 2 groessten Staat auf dem Australischen Kontinent

In der Hutt River Province lassen wir uns unsere Paesse stempeln. Das ist eine 75qkm grosse Farm die sich 1970 von Australien selbstaendig gemacht hat. Ganz schoen skuril. Heute wurden ein paar Staatsbuerger zum Ritter geschlagen. Das ganze Prozedre mit Schwert und so... .
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Post office und gleichzeitig immigration office....
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Der Monarch und seine Untertanen :-)

Seitdem wir Coeal Bay verlassen haben, ist es kontinuierlich kaelter geworden und wir tragen beim Fahren wieder unsere Jacken. Bevor es jetzt nach Perth zurueck geht stehen nur noch die Pinacles auf unserer Liste. Das Zelt bauen wir auf dem Zeltpatz auf und dann machen wir uns auf in den Park. Der erste Eindruck war eher bescheiden aber auf den zweiten Blick haben uns die Pinacles gewonnen. Leider muessen wir mal wieder die Regenpausen nutzen und einen Sandsturm bekommen wir dann auch noch.
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Als wir wieder am Zeltplatz ankommen steht unser Zelt anders. Ops.. an das hatten wir ja gar nicht mehr gedacht. Unsere Nachbarn waren so nett unser Zelt vorm Ertrinken zu retten. Da der Platz gleich hinterm Strand ist.

Wir spannen das Zelt ordentlich ab und retten uns vorm naechsten Schauer in die Camper Kueche.

Bei dem Wetter freuen wir uns richtig darauf ab Morgen wieder in einem Bett zu schlafen.

Und da sind wir auch schon wieder in Perth/Hilton (das hat nichts mit dem Hotel zu tun, ist nur der Stadtteilname).

Im Haus von Angela und Daniel, die zur Zeit in Deutschland unterwegs sind und ihr Haus zur Verfuegung gestellt haben.

Und das Allerbeste, wir haben unser neues Visa im Pass :-)))). Am Montag faengt Werner wieder an zu arbeiten und ich werde mich auf die Suche nach einer Stelle machen.

Zusammengefasst heisst dass, wir sind in 141 Tagen, 26 000km durch alle Staaten Australiens +Hutt River Province gefahren, hatten nicht einen Platten aber jede Menge Spass.

Bis dann

Werner und Claudia