Lome/Togo
Moin!!!
Nachdem wir in Bamako dann die Visa von Burkina, Ghana, Togo und die Verlaengerung unseres Malivisums im Pass hatten konnten wir diese unglaublich dreckige und hektische Stadt wieder verlassen und sind nach Segou gefahren. Hier ging es wieder wesentlich entspannter zu. Und wie es der Zufall will, treffen wir die beiden Schweizer wieder, die wir in Georgetown kennen gelernt haben. Gemeinsam verbringen wir einen schoenen Abend. Nachdem wir uns verabschiedet haben spricht uns ein Mann an, ob wir vor vier Jahren in Algerien waren. Vor uns steht Thomas mit seiner Frau Anna. Was fuer ein Zufall mit den beiden sind wir auf unserer letzten Tour ein Stueck zusammengefahren. Wir setzen uns mit ihnen zusammen und unterhalten uns bis Mitternacht.
Morgens wollten wir eigentlich weiter nach Djenne. Aber dann haben wir uns beim Fruehstueck noch so gut mit Thomas und Anna unterhalten dass wir uns entschieden haben, den Tag noch in Segou zu verbringen. Da wir nicht wissen in welchem Zustand die Piste ist und wir nicht im dunkeln fahren moechten.
Den Tag haben wir mit den beiden Schweizern am Niger, auf dem Markt und im Internet verbracht. Segou hat uns gut gefallen aber leider haben wir noch keinen anderen Ort gesehen, wo die Esel so brutal geschlagen wurden wie hier.
Ueber die Piste sind wir dann nach Djenne gefahren und haben in den vielen kleinen Doerfern schon man einen Vorgeschmak auf die grosse Mosche bekommen. Ueberall stehen kleine Moscheen im sudanesischem Baustil.
In Djenne selber ist sehr touristisch so dass wir mit mit cadaux (Geschenk) rufen ueberfallen wurden. Wir fahren in ein sehr nettes Campment mit einem wunder schoenen Blick auf die Mosche und wir erleben einen fantastischen Sonnenuntergang.
Vor dem Campment geht es leider nicht so idyllisch und ruhig zu. Wir werden auf Schritt und Tritt begleitet. Die einen moechten einen Ball, die anderen Geld, manche bieten sich als Fuehrer an und so ist man hier immer unter Leuten die alle unsere Freunde sein moechten. Dazu kommen noch die ganzen Tsssst Gerauesche von den kleinen Boutiquen bei denen man doch nur mal gucken soll. Nein wir hatte keinen Fuehrer, wir haben keine Geschenke verteilt und in den Geschaeften haben wir nur gekauft, was wir zum Essen brauchten. Gut ist es, wenn man die Preise kennt. Die schnellen hier naemlich enorm in die Hoehe. Das ist hier alles Verhandlungssache.
Um aus Djenne wieder heraus zu kommen muessen wir mit der Faehre ueber den Bani uebersetzen. Heute fuehrt uns unser Weg zuerst ueber guten Asphalt und dann ueber wunderschoene Piste ins Dogonland. Diese Volk hat sich wahrlich einen herrlichen Platz zum Leben gesucht. Die Dogon sind ein altes Volk, die sich ihre Haeuser in die Falise gebaut haben. Die Falise ist ein kilometerlanger Felszug mit einer Abbruchkante und einem Plateau. Auf dem Weg an der Falise entlang treffen wir wieder auf die beiden Schweizer, die zu Fuss durch das Dogonland laufen. Wir machen aus, dass wir gemeinsam im naechsten Dorf (Telly) uebernachten. Die meisten Doerfer sind aus der Falise auf den Boden gezogen und sind touristisch erschlossen.
Der naechste Tag wir einer der haertesten. Ab Telly gibt es nur noch Sand, Sand, Sand und zur Kroenung mit Spuren. Jetzt wird jeder sagen dann fahr nebenher. Ja aber ueber die tiefen Furchen eines Ackers laesst es sich nicht besser fahren und durch Rundhuetten kann ich auch nicht fahren. Naja gegen Mittag hatten wir unsere Motorraeder jedenfalls einigemale wieder aufgehoben und dann hat Claudia gestreikt. Wir haben uns an eine Mauer gesetzt und Pause gemacht. Wir muessen schon schlimm ausgesehen haben. Ein kleiner Junge hat uns eine Teppich gebracht und wir haben zwei Stunden geschlafen. Nach der Pause sind wir dann etwas gestaerkt weitergefahren und zwar direkt auf eine Duene zu die wir ueberqueren muessen. Gemeinsam schieben wir die Motorraeder mehr hoch als das wir fahren. Voellig erschoepft haben wir die Duene erklommen und frage in dem kleinen Dorf, das hier auf der Duene ist nach, ob wir heute Nacht unser Zelt hier aufstellen koennen. Ja kein Problem. Es ist wie in einem kleinen Paradies. Endlich koennen wie die Landschaft geniessen. Dafuer hat sich die Anstrengung gelohnt. Wir bekommen einen Tee und essen mit der Familie Hirsebrei mit Sosse zum Abendbrot. Die Verstaendigung war allerdings sehr, sehr schwer da nur die Frau ein paar Brocken franzoesisch sprach. Aber die Athmospaere war einfach unbeschreiblich.
Am naechsten Morgen sind wir kurz nach Sonnenaufgang aufgebrochen und es wurde uns gesagt, dass es nur noch 5 km Sand sind. Unglaublich wie gut sich das fahren laesst, wenn man ausgeruht ist. Und ploetzlich denken wir, wir sehen ein Fatamorgana. Das gibt es nicht mitten auf der Sandflaeche beginnt eine Strasse aus Betonplatten. Hier beginnt der Durchstieg auf das Plateu nach Bandiagara. Einer gut zu fahrenden FESTEN Piste. Gegen Mittag ereichen wir Severe und lernen dort Jutta kennen die dort ein Hotel hat. Am Nachmittag fahren wir gemeinsam nach Mopti und sie zeigt uns die Stadt.
(Anm. d. Red.: das war so Anfang Dezember)
Nach einer Uebernachtung in San sind wir nach Burkina Faso eingereist. Auf den letzten Kilometern in Mali wurden wir vom Millitaer gewarnt wir sollten besser nicht mehr anhalten bevor wir an der Grenze sind. Nach 60 km Schlaglochpiste in der Hoffnug das die Reifen halten und mit einem scheiss Gefuehl im Magen, sind wir ohne Zwischenfaelle an der Grenze angekommen.
In Burkina sind wir direkt nach Bobo Dioulassou gefahren. Dort sind wir einen Tag geblieben und haben Bobo besichtigt und sind weiter Richtung Dibougou, da es dort Krokodiele in einem Seerosenteich geben soll.
Werner hat sie auch gesehen. Ich bin auf dem Campingplatz geblieben, da wir ungebetene Zaungaeste hatten und wir unsere Sachen nicht alleine lassen wollten. Abends hatten wir dann direkt vor dem Campingplatz ein Buschfeuer, dass Gott sei dank auf der anderen Seite der Mauer geblieben ist. Da wird einem schon mal anders, auch wenn unser Zelt auf Schotter stand, war die Wiese doch nicht weit weg.
Aus Burkina sind wir schnell wieder ausgereist, da es zur Zeit immer wieder zu Ueberfaellen kommt und die Landstrassen aus diesem Grund zum Teil geschlossen werden. Wir wollten unser Glueck auf jeden Fall nicht auf die Probe stellen und sind nach 3 Tagen Burkina nach Ghana eingereist. In Ghana sind wir sehr freundlich empfangen worden, was aber auch heisst das sich die Beamten sehr viel Zeit gelassen haben um sich mit uns zu unterhalten. Wir haben gleich ein paar CFA in Cedis getauscht und sind bis nach Wa gefahren. Ghana begruesst uns am Abend mit Stromausfall und das wird auch nicht der letzte sein. Auch die Duschen haengen meistens nur so in der Wand. Das Wasser gibt es nur in Eimern.
Ueber Wellblechpiste fahren wir weiter in den Mole Park. Gleich am Eingang begruessen uns ein paar Warzenschweine und nach einer Dusche aus dem Eimer laufen ein paar Affen ueber das Gelaende.
Am Abend lernen wir zwei Englaender kennen mit denen wir vereinbaren am naechsten Morgen eine Tour durch den Park zu machen. Sie nehmen sich den Fuehrer ins Auto und wir fahren mit dem Motorrad hinterher. Die Tour haetten wir uns allerdings sparen koennen. Ausser ein paar Boecken haben wir nichts gesehen. Am Nachmittag beschliessen wir eine Runde zu Fuss zu machen und das war sehr viel besser. Wir finden eine Elefantenfamilie die aus 6 Elefanten besteht.
Auch die naechsten zwei Tage geht es ueber schoene Wellblechpiste von Tamale nach Jeji. Von hier wollen wir mit der Japei Queen nach Akosombo fahren. Diesen Trip bereuen wir im nachhinein allerdings sehr. Wir haben uns auf dem Schiff beide einen Durchfall gefangen wie wir noch nie einen gehabt haben. Und anstatt 1,5 Tagen hat das Schiff dann auch noch 3 Tage gebraucht. Voellig entkraeftet gehen wir vom Schiff. Wobei es Werner im Gegensatz zu mir noch blendend ging. Irgendwie habe ich es an diesem Tag noch bis nach Wil geschafft und dort sind wir dann ueber eine Woche in der Waterfall Loadge von Bernhard und Sabiene geblieben. Am 23.12. haben wir hier Babara getroffen, auf die wir uns schon gefreut haben und die so lieb war, uns ein paar Dinge mitzubringen. Gemeinsam haben wir heilig Abend gefeiert und am naechsten Morgen fahren wir gut erholt ueber eine ganz kleine Grenze in den Bergen nach Togo (Lome).
In Lome haben wir auf Carsten und Tina gewartet, die mit dem S chiff von Antwerpen kommen und dann immer Richtung Norden zurueck fahren. Wir muessen Oelwechsel machen und uns um Visa kuemmern. Dabei stellt sich heraus, das es nicht so einfach werden wird, an das Angola Visum zu kommen, da es das Visum in Libreville nicht mehr gibt. Es sind noch ein paar andere Motorrad und Autofahrer auf dem Platz bei Chez Alice aber eine zufrieden stellende Loesung fuer alle scheint es nicht zu geben. Wir werden uns wahrscheinlich das Transitvisum in Matadi besorgen. Die anderen versuchen es hier in Lome wo es zwei Wochen dauern soll ohne Garantie.
In der ersten Januarwoche sind wir erstmal damit beschaeftigt herauszubekommen wann Carsten und Tina ankommen. Dass ist gar nicht so einfach. Wir werden 3 Tage immer mit einem vielleicht heute Nachmittag vielleicht heute Abend vertroestet und fahren jeden Tag am Hafen vorbei. Aber am 09.01. legt die Republika di Roma dann endlich an und wir stehen puenktlich im Hafen. Die Freude ist auf beiden Seiten gross und wir verbringen die naechsten Tage gemeinsam. Wir begleiten sie noch ueber Kpalime nach Atakpame und trennen uns dann wieder voneinander. Schoene Reise!!!
Das Essen ist botze scharf, die Temperaturen liegen zwischen 22 und 35 Grad am Tag und knapp unter 20 in der Nacht, uns geht es super und wir freuen uns auf die naechsten Laender.
So das Intenet hier in Lome ist der Horror. Das war jetzt mein 5. Versuch diesen Bericht zu schreiben. Entweder ich kann die web.de Seite gar nicht oeffnen oder es ist Stromausfall und der Computer hat nichts gespeichert. Das kann man sich nicht vorstellen.
Schoene Gruesse Werner und Claudia