Melbourne Jan 2008

God'day!

Werner hat mich in Alice Springs sitzen gelassen und ist nach Darwin geflogen. Ein Missverstaendniss nennen Australier das.

Am 2.Dezember sind wir in Fremantle losgefahren. Zuerst haben wir in unserem Lieblingscafe noch einen Kaffee getrunken. Und dann geht es los in die Weiten des australischen Kontinents.

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Ein letzter Cafe im L2

Endlich koennen wir wieder im Busch schlafen und der Tagesrhytmus wird wieder von Sonnenauf-und untergang bestimmt.

Aber irgendwie koennen wir es noch gar nicht richtig glauben, heute Abend geht es nicht wieder zurueck nach Fremantle. Der Blick geht vorraus, auf dem langen unendlich erscheinenden Asphaltband.

In Kalgoorlie besichtigen wir den Superpit. Ein gigantisches Loch, in dem Gold abgebaut wird. Wir kommen gerade puenktlich zum Happy End der Filmaufnahmen und muessen aufpassen, dass wir nicht durch das Bild laufen.

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Superpit

Der Weg nach Laverton, fuehrt an unzaehligen toten Kangerus vorbei. Wir sind uns sicher, dass diese Strecke in toten Kaengerus und nicht in km gemessen wird. Ich habe den Geruch jetzt noch in der Nase.

In Laverton, muessen wir uns noch eine Genehmigung holen, dass wir durch Aboriginal - Gebiet fahren duerfen und dann geht es auf die Piste. Es heisst, in West Australien soll die Gravel Road besser sein als im NorthernTerritory. Also gut wir lassen es fuer den ersten Tag langsam angehen und rollen noch 100 km bevor wir rechts zum Campen abbiegen.

In Warburton warten Bens Eltern auf uns. Sie haben uns eingeladen bei ihnen zu schlafen, wenn wir in Warburton sind. Die letzten 6 Monate haben wir in ihrem Haus gelebt und sie waren ab und zu mal auf Besuch. Da wir erst nach 18.00 Uhr angekommen sind, haben sie sich schon Sorgen um uns gemacht und beim einsamsten Roadhouse der Welt angerufen. Dort haelt jeder der auf der Strecke unterwegs ist zum Tanken. Natuerlich auch wir. Ihr seht also, es ist gar nicht so einfach im Outback zu verschwinden.

Wir sind voellig ueberrascht vom Outback. Nichts habe ich mir nicht so gruen vorgestellt. Da ist Nichts. Das ist die Aussage, die man bekommt, wenn man nach dem Outback fragt.

Und langsam mache ich mir auch ernsthafte Gedanken ueber den Zustand der Piste im NT. . Das Wellblech das wir hinter uns haben ist das Schlimmste, dass wir bis jetzt gesehen haben. Den Lenker auf Kurs zu halten ist Schwerstarbeit, man hat einfach nur den Wunsch loszulassen aber die Finger lassen sich nicht mehr oeffnen. Was schlimmeres kann ich mir nicht vorstellen. (Fuer alle die jetzt denken dann muss man halt Gas geben wir sind knapp 100 gefahren und es hat uns immer noch zerrissen).

Nach einem netten Abend bei Bens Eltern und einen Spaziergang durch die Kommune geht es weiter.

Es ist sehr windig und die Temperaturen sind auf ueber 40 Grad gestiegen und die Wolken in der Ferne sehen stark nach Gewitter aus.

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Richtiges Wuestenwetter :-)

Nachdem wir die Blitze schon seit einer ganzen Weile sehen, haben wir es dann auch endlich erreicht. Es regnet Hunde und Katzen (oder Kaengurus und Wombats wir waren uns nicht so sicher...). Wir sind genau im Zentrum des Gewitters angekommen. Innerhalb von Minuten sind wir puddelnass. Buschcampen faellt heute regelrecht ins Wasser.

Wir muessen Warakuna erreichen dort gibt es den naechsten Campingplatz.

Heute werden wir selber sehen, wie die Strassen im Northern Teretory sind. Wir haben mal wieder eine Zeitgrenze ueberquert so dass wir euch mittlerweile 8,5 Stunden voraus sind.

Kurz nach Docker River kommt uns ein Graderfahrer entgegen der seine Arbeit gerade beendet hat und vor uns liegt eine nagelneu gegradete Gravelroad. Was wuenscht man sich mehr.

Da uns das Wetter immer noch nicht ganz geheuer ist, fragen wir den Graderfahrer, ob er einen guten Platz zum Zelten weiss. Er erklaert uns, wo sein Camp ist und dort treffen wir uns am Abend. Wir duerfen in seinem Wohnwagen duschen (er hat 5000l Wasser und 2x 7000l Diesel dabei) und er macht ein Barbeque fuer uns.

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Grader Train

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Bush BBQ

Der Platz bietet einen herrlichen Ausblick auf die Olgas bei Sonnenauf- und untergang.

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Olgas im Sonnenaufgang

Es sind nur noch 40 km bis zum Uluru (Ayers Rock). Auch wenn das Wetter nicht perfekt ist, ist es ein gigantischer Berg der da in der Gegend rumsteht.

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DA isser!

Eigentlich wollten wir bis zum Sonnenuntergang im Park bleiben aber irgendwas hat uns angetrieben weiter zu fahren.

An diesem Abend, gab es eine Sturmwarnung und auch 80 km weiter in Curtain Springs mussten wir unser Zelt wieder abbauen, bevor das Unwetter anfing. Rings um den Uluru hat es geschuettet und gewittert. Man muss sich nicht jeden Sonnenuntergang ansehen. Glueck gehabt. Und wir stellen die Aussage, Australien sei der trockenste Kontinent langsam in Frage.

Auch den Kings Canyon wollten wir uns nicht entgehen lassen, also sind wir in unsere Wanderschuhe gehuepft und den 6km Rundweg gelaufen der am Garden of Eden einem Wasserloch vorbeifuehrt.

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Klasse Aussicht!

Nach unseren kulturellen Abstecher geht es dann zuegig weiter nach Alice Springs. Dort soll Werner seinen Englischtest machen, den wir fuer das neue Visa brauchen. Aber als wir bei dem Institut anrufen um die genaueren Daten zu erfahren heisst es, der Test ist nicht in Alice, der Test ist in Darwin. Und uns faellt ganz gepflegt die Kinnlade runter. Um das auf europaeischem Massstab auszudruecken, die haben den Test mal so eben von Koeln nach Barcelona verlegt.

Also auf zum naechsten Flight Center und einen Flug buchen.

So kam es, das Werner mal eben schnell einen Abstecher nach Darwin machen musste und ich mit all unseren Klamotten in Alice Springs geblieben bin.

Jetzt haben wir noch eine Woche Zeit bis Weihnachten. Wir wollen unbedingt mit Jens, Hanka und Maika feiern, die fuer drei Monate mit ihrem Gespann durch Australien reisen.

Es geht den Stuart Highway bis Cooper Pedy runter. Einer Minenstadt in der Opale abgebaut werden. Dort informieren wir uns ueber den Zustand des Odnadata Tracks, der alten Eisenbahnverbindung zwischen Adelaide und Darwin. Nicht fahrbar sagt die Frau bei der Polizei.
In super Zustand sagt die Frau die an der Hotline fuer den oeffentlichen Strassenzustand ans Telefon geht. Also auf zum Track. An vielen Stellen kann man noch Ueberreste von den Schienen und den alten Eisenbahnbruecken sehen.

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Old Ghan Line

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Williams Creek Hotel

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Swimming Pool in Williams Creek :-)

Und selten haben wir eine Gravelroad in einem so hervorragenden Zustand gesehen. Nach dieser Reise in die Vergangenheit machen wir uns in die Flinders Rangers (einer Bergkette) auf. Einem Nationalpark mit Schluchten und Kaengerus in einer wunderschoen bewaldeten Landschaft. In der man sich im fotografieren verlieren kann.

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Flinders Ranges

Um puenktlich zum Weihnachtfest zu kommen muessen wir uns jetzt etwas beeilen.

Vor Adelaide kommen wir in den staerksten Regen den sie seit langem hatten (den Monatsdurchschnitt an einem Tag) und schaffen es vor Sonnenuntergang am 23.12.07 in den Snowy River Nationalpark, wo Jens, Hanka und Maika uns mit einem Lagerfeuer erwarten.

Wir verbringen unser Weihnachtsfest mit baden unter einem Wasserfall und grillen am Abend, Mutterseelen alleine eingehuellt in einer vom Wald komponierten Geraeuschkulisse wie man es sich schoener nicht vorstellen kann.

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Unser Wsserfall!

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Kleines MRT

Ganz anders unser Sylvester, dass wir an der Ostkueste im Mimosa Rocks Park feiern und froh sein konnten noch einen Platz gefunden zu haben. Nach einem Avocado Dip mit Kraeckern gab es Steak mit gemischtem Gemuese vom Grill und ein Tiramisu.

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Mimosa Rocks NP

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Mimosa Rocks NP

Wir treiben uns eine Woche an der Ostkueste herum und springen jeden Tag an einem anderen Traumstrand ins kristallklare Wasser.

Man macht auch so die ein oder andere Erfahrung mit dem Wildlife. In der Regel ist das auch sehr nett so haben wir schon Kaengerus, Possums, Papageien und Koalas gesichtet aber auf die Spinne im Zelt haette ich verzichten koennen.

Nach 10 Tagen trennen sich unsere Wege wieder. Fuer Jens, Hanka und Maika geht die Reise langsam zu Ende. Der Abschied faellt uns nicht ganz leicht und so ziehen wir den letzten Kaffee schon ziemlich in die Laenge.

Kaum sind wir alleine unterwegs holt uns der Regen wieder ein, den wir bis zur Great Ocean Road wieder abgeschuettelt haben. Die Einzigartigkeit im Detail erschliesst sich einem erst, wenn man die ausgeschilderten Aussichtspunkte anfaehrt, wie die 12 Apostel und Dutzende mehr. Wir sind bestimmt 5 km gelaufen aber es lohnt sich.

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Strand an der Great Ocean Road

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Die Uebereste der 12 Apostel

Dann geht es nach Melbourne zu Andrew. Dem Englaender mit dem wir unsere Motorraeder im Container verschifft haben.

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Andrew and Amelia

Hier bleiben wir nun ein paar Tage bevor wir auf das Schiff nach Tasmanien gehen.

Schoene Gruesse ans andere Ende der Welt

Werner und Claudia